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Immer wieder werde ich gefragt, warum ich nicht zertifiziert bin? Warum sollte ich? Bin ich damit mehr wert? Oder was steckt dahinter?
Alle Seminarteilnehmer bekommen eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, an welchem Seminar sie teilgenommen haben, welches Thema dort unterrichtet und von wann bis wann es durchgeführt wurde, wer es geleitet und wo es stattgefunden hat! Wer braucht dann noch ein "Zertifikat" und was will er damit?
Was ist ein Zertifikat´? Ein Blatt Papier, wie es zu tausendenden auf Deutschen Toiletten herumhängt! Und nicht viel größer ist seine Einfluss für den Besitzer. In jedem Seminar geht es darum, dass der Teilnehmer etwas lernt und dieses dann auch in der Praxis anwenden kann. Wer zweifelt, ohne Zertifikat bei mir nichts zu lernen, der soll weg bleiben!
Wer will denn beurteilen, ob ich in der Lage dazu bin, Lehrgänge mit fachlicher Qualität durchzuführen? Welcher Heilpraktiker will mir mit fast 70 Lebensjahren, nach rund 50 Jahren Schulmedizin und 40 Jahren Naturheilkunde meine Befähigung absprechen?
Zeigt mir einen Kollegen, der soviel UMSONST für unseren Hp - Nachwuchs tut? Der stundenlag am PC sitzt und auch Antworten auf diverse Fragen gibt. Jede Kollegin und jeder Kollege braucht keine Zertifikate, sondern Spass am Beruf!
Aber beginnen wir doch einmal ganz von vorne, denn vieles beruht auf Unkenntnis.
Der Ruf nach zertifizierter Fortbildung wird immer lauter – und der kommt von den Ärzten – und da die Heilpraktiker ja gerne „kleine Ärzte“ sind oder es liebend gerne wären, soll ein Zertifikat an der Wand dem Patienten Qualitätssicherheit bieten und dem Heilpraktiker einen Nachweis über eine fundierte Ausbildung zugestehen.
Das ist auch Wunsch des Berufsstandes der Deutschen Heilpraktiker.
Auch ich bin für Fortbildung - aber für eine qualifizierte - und von erfahrenen Heilpraktikern, ohne Zertifikat, sondern mit einer einfachen Teilnehmerbescheinigung, dafür aber mit dem
Gefühl, der Seminarteilnehmer hat sein Wissen im Kopf und nicht auf einem Blatt Papier.....
Man geht hier allerdings von völlig falschen juristischen Voraussetzungen aus.
Es gibt nämlich gar keinen "Beruf oder Berufstand Heilpraktiker"!
Auch das Heilpraktiker – Gesetz ist in Wirklichkeit gar kein Gesetz, denn es gibt weder Ausbildungs- noch Ausübungsrichtlinien. Und die oft besprochene „staatliche“ Prüfung des Heilpraktikers wird inzwischen von allen Deutschen Gerichten verneint!
Eine Überprüfung ist keine staatliche Prüfung im Sinne des Deutschen Rechts.
Das Gesetz von 1939 – das heute immer als überholungsbedürftig beschrieben wird – wurde von der damaligen Reichsregierung der Nationalsozialisten beschlossen und verkündet. Warum eigentlich?
Hitler wollte dem munteren Treiben verschiedener Heiler ein Ende setzen. Denn bis 1939 durfte jeder, der sich als Heiler fühlte, einen anderen Menschen behandeln. Eine fachmännische medizinische Ausbildung war nicht erforderlich.
Das NS – Regime wollte aber, dass jede medizinische Tätigkeit ausschließlich Ärzten vorbehalten sein sollte. Euthanasie durch Heilpaktiker, wie sollte das gehen?
Damit aber die über 20 000 Heiler nicht auf der Straße standen, wurde das Heilpraktiker – Gesetz erlassen. Sie wurden noch geduldetet, durften aber keine Ausbildungen mehr machen und keinen Nachwuchs mehr ausbilden. Man wollte den Volksheiler so aussterben lassen.
Nach dem Zusammenbruch des III. Reiches wurde 1957 dann das Gesetz – und hier muss man die Politik sehen – genau umgedreht, wer Heilpraktiker werden wollte, musste vom Gesetz her unter bestimmten Bedingungen zugelassen werden. Es war die Angst der Politik, erneut mit den Nazis in einen Topf geworfen zu werden, die dieses Gesetz letztlich – gegen den großen Widerstand der Ärzte – ermöglicht hatten.
Die tatsächliche Fähigkeit des heutigen Heilkünstlers ist aber von der Brauchbarkeit seiner Ausbildung abhängig, nur ist diese nicht staatlich geregelt, sondern erfolgt an privaten Schulen oder als Autodidakt im stillen Kämmerlein.
Die derzeitige Praxis, junge, absolut unerfahrende „Heilpraktiker“ als Schuldozenten anzustellen, möglichst noch mit psychologischem Hintergrund - heute ist ja zunächst
alles psychisch - wird sich in absehbarer Zeit garantiert rächen.
Hinz und Kunz, Hausfrau und Oma wird Heilpraktiker und darf in Mallorca mit einem weißen Anzug und einem Stethoskop in der Tasche am Strand entlang prominieren! Kein Scherz, sondern die bittere Wahrheit
Um Heilpraktiker werden zu wollen, muss man beim Gesundheitsamt nur ein medizinisches Grundwissen haben, wie es den Ansprüchen einer höheren Schule entspricht. Ansonsten braucht der Bewerber nur einen Hauptschulabschluss.
Er braucht keinen Nachweis über seine stattgehabte medizinische Bildung oder Ausbildung und kein Berufspraktikum, also auch keine Lehre oder Mitarbeit in einer Praxis. Und er wird leider auch nicht auf seinen Beruf vorbereitet! Es geht nur um die Überprüfung, Themen wie Praxisführung oder ähnliches kommen dabei nicht vor.
Nach Bestehen einer solchen Überprüfung wird der Heilpraktiker - und das sollte man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen - fast dem Arzt gleichgestellt! Eine Laie mit medizinischem Halbwissen!
Das gibt es in dieser Art und Weise in keinem anderen Beruf der Bundesrepublik!
Und schon gar nicht in einem Heil- und Hilfsberuf, der sich mit der Gesundheit des Menschen auseinandersetzt.
Nun möchten die Verbände gerne eine Zertifizierung, um erkennen zu können, was hinter einer solchen Ausbildung steckt. Aber auch hier gibt es keine Regeln oder Normen – jeder kann und darf eine Schule eröffnen und kann tun und lassen was er will! Und er kann zertifizieren, was immer er möchte. Wenn ich eine Ausildung mache, verlasse ich mich auf die Fähigkeit meiner Teilnehmer, wenn er etwas er nicht gelernt hat, hilft ihm auch kein Zertifikat. Wo ist denn demnach der Sinn eines Zertifikates: In Geldmacherei und an der Wand eines Gernegroß als Privileg!
Und es gibt keine Verpflichtung, in einem Verband zu sein! Wer also kontrolliert denn da? Noch besser: WAS wird denn überhaupt kontrolliert?
Jeder Heilpraktiker – Lehrling sollte erst einmal dahinter schauen, was kann der Dozent, wer hat ihn ausgebildet, seit wann ist er tätig und wie viel praktische Erfahrung hat er?
Inzwischen gibt es Schulen, die angeben, eine staatliche Zertifizierung zu haben. Wenn ein Bildungstäger damit angibt, die ZDH Zet Bonn habe ihnen die Deutsche und Europäische Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 erteilt, ist das ein glatter Betrug!
Aus diesem Grunde gibt es bei mir - auch in Zukunft - keine Zertifikate.
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