Aus diesem Grunde dürfen aber nicht alle Heilmethoden in Bausch und Bogen
verdammt werden und auch nicht alle Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker.
Alte Behandlungsweisen sind weder nutzlos noch verkehrt, sondern viele sind
schon seit langer Zeit im Volke eingebürgert, haben sich auf Grund glaubwürdiger
Erfahrungen trefflich bewährt und dadurch zahlreiche Anhänger und Nutznießer
gefunden.
Auch wenn Methoden ab und zu noch Lücken aufweisen und nicht alles als
Wahrheit unbesehen hingenommen werden sollte, ruht doch die Naturheilkunde
auch auf „wissenschaftlichem“ Boden.
Virchow hat schon erklärt: Die Wissenschaft ist groß genug, alle Richtungen in
der Heilkunde gewähren zu lassen, wenn sie nicht exklusiv sein wollen, wenn sie
nicht ihre Grenzen überschreiten und wenn sie nicht alles zu leisten prätendieren
( alter Ausdruck für „der Anspruch auf einen Thron, ein Amt“ oder „anmaßend,
selbstgefällig sein“ ).
Aber: nicht umsonst trennen sich die Naturheiler von den Schulmediziner.
Der Sammelbegriff „Ganzheitstherapie“ oder der einer „allgemeinen“ oder
„unspezifischen Therapie“ soll die Unterschiede heraus stellen.
Denn in der Naturheilkunde soll der Organismus gekräftigt und damit die Abwehrlage
des Körpers angehoben werden. Das ist oft genug zunächst Voraussetzung einer
spezifischen Therapie auf einen krankhaften Prozess.
Dem ungeachtet, trotz aller medizinischer Fortschritte kann ein Arzneimittel
alleine nichts oder nur wenig bewirken, wenn die Begleitumstände nicht stimmen.
Spricht man von einer Naturheilmethode, so werden schon bestimmte Vorstellungen
beim Patienten damit verbunden.
„Von der Natur“ und dem, was ihr entspricht., weckt beim Patienten bereits „gesunde“ Vorstellungen.
Natur kann nichts künstliches, nichts krankhaftes sein.
Nur was ist Natur genau?
Schulmediziner und Naturheilkundige haben darüber zwei verschiedene Meinungen.
Denn nicht unbedingt ist eine Naturheilweise gleichzeitig „natürlich“,
sie kann auch gegen die Natur gerichtet sein. Man kann hier nicht klar festsetzen,
wo was beginnt und wo was endet.
Die Menschen haben schon immer vor allem Angst, was mit der Natur
zusammen hängt: vor Blitz und Donner beim Gewitter, vor Erdbeben, Stürmen,
Wasser, Wald und hohen Bergen, daran hat sich bis heute nichts geändert.
Und alles, vor dem sie sich damals fürchteten, war in ihren Augen heilig:
Sonne, Mond und Sterne, Vulkane, große Bäume oder unbekannte Tierarten.
Es gab die vier Elemente: Luft, Erde, Feuer und Wasser, die Sonne drehte sich
um die Erde, die noch eine Scheibe war und jeder musste ums Überleben kämpfen,
den das Leben hatte früher keinen allzu großen Wert.
Der Glauben an Magie und Hexen, Teufel und Dämonen wurde den Menschen
noch von der Kirche beigebracht, um ihr Leben „ohne Sünde“ zu leben,
die Sittlichkeit des Volkes war ein fundamentales Lebensziel der Oberen.
Wenn inzwischen auch die Menschen offen sind für alte Weisheiten und diese
mit völlig anderen Augen sehen - außerdem aufgeklärt sind über jenes
„dunkle Mittelalter“ – so bleibt doch ein kleiner Rest dieser ehemaligen Furcht.
Und doch zieht es sie zum Mittelalter der Heilkunde zurück.
Niemand aber möchte heute noch mit der Pferdekutsche in Urlaub fahren –
alle wollen modern reisen, möchten Komfort genießen und vor allen Dingen
gesund bleiben und sein. Dafür wird sogar das gesamte Vermögen geopfert.
Nur in der Naturheilkunde darf das alles keine Bedeutung haben –
da muss „Natur noch Natur“ bleiben oder sein. Ist sie das denn überhaupt noch?
Und wer bestimmt eigentlich, was „Natur“ ist und wie gesund diese ist?
Auch eine Naturheilkunde muss sich bestimmten Gegebenheiten anpassen
und mit der Zeit gehen. Es ist noch lange nicht alles nachteilig,
was auf dem neuesten Stand oder Fortschrittlich ist.
Neuen Erkenntnissen sollte sich auch die Naturheilkunde nicht verschließen,
vieles war vor hundert Jahren noch unbekannt und auch in der Zukunft wird
es Neuerungen geben, deren sich die Naturheilkunde annehmen sollte.
Jeder will schließlich aus der Natur immer nur das Neueste und Beste,
es muss aber trotzdem Natur bleiben. Also muss es auch angepasst sein.
Gleichzeit vernichten Menschen die Schöpfung – völlig egal in welcher Form –
ob es der übermäßige Gebrauch von Trinkwasser ist oder die Luftverschmutzung
durch den Pkw, das Abholzen des Regenwaldes oder was immer auch sonst.
Es gibt genügend Beispiele. Selbst unsere Politiker interessiert nicht,
ob wir Menschen noch Natur bekommen, es zählt nur noch der Kommerz,
unsere Nahrung ist doch sowieso schon überall künstlich!
Trotzdem verlangen alle aber nach der „heiler Natur“, allerdings mit
Wohlstand und Fortschritt vereinigt!
Ironie, wenn eine Familie einen Gartenteich anlegt um der Natur nahe zu
sein und einen Fischreiher vertreibt, der dort einen Fisch fängt.
Statt dessen wird ein Fischreiher aus Bronze am Teich aufgestellt ........ ?
Natürliche Behandlung bedeutet:
jede Krankenbehandlung sollte damit beginnen, die Selbsterhaltungskräfte
der Natur zu unterstützen und dazu alle Heilmethoden heranzuziehen,
die sich für das vorliegenden Krankheitsbild als zweckmäßig erwiesen haben.
Hierfür ist erst einmal der Patient selbst zuständig.
Er muss seinen Heilungsprozess in Gang bringen, er muss an sich arbeiten,
er muss mitmachen, wenn er gesund werden will.
Für den Therapeuten bedeutet das erst einmal, man soll die Natur genau
beobachten, muss sich nüchtern und methodisch mit ihr auseinandersetzen,
darf oft genug Lehrmeinungen nachprüfen, sich einschränken oder anpassen
und soll sich häufig klar abgrenzen gegenüber bestimmten Methoden.
Dieses ist aber nicht immer so einfach und oft genug auch nicht möglich.
Die Anwendung einer natürlichen Heilweise beruht auf Erfahrung.
Es gibt keine Erklärung für ihre Anwendung, man vermag sich also zunächst
darauf zu verlassen, was andere oder man selbst in einem ähnlichen Falle
bereits erlebt hat.
Im Gegensatz zur Schulmedizin ist die Wirkung einer solchen Therapie
oft noch von „Zufällen“ abhängig, der Ablauf selbst ist häufig genug unbefriedigend,
die Therapie greift nicht.
Nicht umsonst verlangen die klassischen Mediziner die Notwendigkeit der
wissenschaftlichen Aufklärung. Was aber ist Wissenschaft?
Und ist sie immer zum Nutzen? Inzwischen darf und muss man daran zweifeln!
Man sollte nie vergessen: Wissenschaftler waren auch alle einmal doofe Studenten
........ ( und sind es oft genug noch geblieben ).
Gehen wir in die Schulmedizin: die natürlichen Heilmethoden werden den
Medizinstudenten inzwischen immer noch nur so nebenbei beigebracht.
Vermittelt wird dabei ein wenig über die Wirkungsweise und die Technik einiger
Anwendung, was dabei nicht erlernt, noch nicht einmal besprochen wird,
sind die Grundlagen der Naturheilkunde.
Da werden die bereits im Altertum verwendeten Prinzipien der Krankenpflege
wie Licht, Luft, Klima, Bewegung, Ernährung und ähnliches einmal erwähnt,
praktisch durchgeführt werden diese dann fast immer von eigens geschultem
Fachpersonal wie den Krankenschwestern, Diätassistentinnen, den Masseuren
oder ähnlichen spezialisierten Personen.
So entgleitet solche Grundsätze den Ärzten langsam, verschwindet immer mehr
aus ihrem Blickfeld und ebenso die Indikationen dafür und gehen in die Hände
anderer über.
Die Krankenschwester ist jederzeit öfter und näher am Patienten als der Arzt.
Den Arzt dagegen sieht der Patient selten.
„Ein Kranker überlebt möglicherweise einen schlechten Arzt,
aber nie eine schlechte Schwester“.
Die uns von der Natur angebotenen Quellen sind seit Menschengedenken
zur Behandlung von Erkrankungen angewendet worden.
Alte Aufzeichnungen bestehen fast nur aus solchen Maßnahmen,
in denen der Patient auf die natürlichen Belebung durch Urkräfte
hingewiesen wird.
Schon den griechischen Ärzten waren Therapien, die sowohl der Vorbeugung
als auch der Heilung von Krankheiten dienten, bekannt.
Es gab Ratschläge zur Gesunderhaltung des Körpers durch Sport, Ernährung,
Gymnastik und Regelung der allgemeinen Lebensgewohnheiten.
Es war die Lehre von der natürlichen Ordnung der Kräfte und Säfte,
die der Harmonie, die Mittel und Methoden der Gesundheit und Gesundherhaltung,
das Gute und Gott. Dazu gehörte auch schon die Einbeziehung der Psyche,
der Gedanken und des Frohsinns.
Diät war oberstes Gesetz, es bedeutet auch heute noch wie vor 2000 Jahren:
Maßhalten. Ausschweifungen und Unmäßigkeit ist die Quelle der Krankheit.
Bis ins 18. und 19. Jahrhundert galt Schwelgerei, Vielfresserei, Faulheit und
Müßiggang als häufigste Krankheitsursache.
Und natürlich die Sünde. Dabei hatte die Menschen gar keine Gelegenheit zur Sünde.
Hufeland hat in Worte gekleidet, was heute wieder gelten sollte.
1776 erschien sein Buch „Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern.“
Darin schreibt er:
„Die Medizin ist nur ein Teil der großen Aufgabe, das Leben gesund zu erhalten.
Denn dazu dient alles, was die Lebenskraft schont, ihren vorzeitigen Verbrauch
hindert und sie durch Übung stärkt. Der Mensch kann sich nur durch Vernunft
und Disziplin gesund erhalten.
Das Leben ist ein höchster Wert, seine Erhaltung eine sittliche Pflicht.“
Licht, Wärme, reine Luft und reines Wasser sind die Erhaltungsmittel der Gesundheit.
Die natürlichen Heilweisen zielen auf die gleichen Kräfte,
die auch den Menschen gesund erhalten. Nur aus diesem Grunde spielen sie in der
Gesunderhaltung ( und Krankheitsvorbeugung ) eine hervorragende Rolle.
Die Erfahrung einiger tausend Jahre helfen hierbei.
Einflüsse des Klimas, des Bodens, des Trinkwassers, der Konstitution und des
„Gemüts“ spielten und spielen eine große Rolle im Erfahrungsschatz der Natur.
Während die Schulmedizin sich sehr bald von der Naturheilmethode trennte,
indem sie im Eifer zunächst alle therapeutischen Naturheilmethoden einer
wissenschaftlich diagnostischen Methode unterzogen und bei der weiteren
Verwendung der selben in Schwarzseherei verfielen, machten sich Laien daran,
die Naturheilkunde auszubauen.
Diätetik, Balneologie, Hydrotherapie, Klimaheilkunde, Heliotherapie,
Krankengymnastik, Bewegungstherapie und Massage wurde von Ärzten
nicht mehr ernst genommen, die Schulmedizin hatte dem heilungssuchenden
Kranken daher nichts interessantes mehr zu bieten.
Die Ärzte rauften und kämpften untereinander nur noch um das Recht der Wahrheit.
Eigene Forschungsrichtungen vervollständigten das Chaos.
Extreme Auffassungen und Meinungen waren einem ständigen Wandel
unterzogen, eine logisch verbindliche Aussage gab es nicht.
Die Schulmedizin setzte sich immer mehr von der Naturheilkunde ab,
wird sogar zum Gegenspieler. Nicht durch die Anwendung natürlicher
Heilweisen, sondern durch eine völlig andere Theorie der Krankheitsentstehung.
Die rätselhafte Stellung zur Natur, die Heilkraft des Selbsterhaltungstriebes,
das Prinzip des natürlichen Gleichgewichts, die Reize und ihre Reaktionen,
die Betrachtung der Ganzheit bis hin zu göttlichen theologischen Ansätzen der
„Hohen Priester“ als Heiler, passen nicht zur Vollkommenheit eines ärztlichen Ideals.
Dafür lehnt die Naturheilkunde das Suchen nach den Gründen der Zusammenhänge
und die mangelnden Beweismethoden der Schulmedizin ab.
Sie will nicht Wissenschaft sein, sie will keine Werte sammeln.
Sie bleibt bei der reinen Erfahrung – obwohl für deren kritische Beurteilung objektive
Wertbestimmungen oft genug fehlen.
Es gibt in allen antiken Büchern keinen Beweis für einen Heilerfolg.
Ganz sicher aber gab es diese, wahrscheinlich war der Erfolg einer Heilung,
obwohl er bestimmt eine große Rolle für den Kranken spielte, nur noch Beiwerk
einer entsprechenden ganzheitlichen Therapie.
Geht es um die Diagnose und Behandlung, so kommen die schärfsten Gegensätze
richtig zur Auswirkung: der Zustandsdiagnose mit ihrer altbewährten Einordnung
der Symptome und die Zuordnung zu einer Krankheitsbezeichnung folgt eine gezielte,
möglichst spezifische Behandlung.
Völlig anders dagegen die Bedeutungsdiagnostik: sie fragt, wie der Name es schon sagt,
nach der Bedeutung eines Symptoms.
Die körperliche Abwehr spielt eine Rolle, Fieber und Entzündungszeichen werden
nicht als Symptom, sondern als Gegenwehr gedeutet, sie dürfen nicht unterdrückt,
sondern müssen gefördert werden.
>natura sanat, medicus curat morbos<, die Natur ist die Heilerin der Krankheiten.
Dass daraus aber auch falsche Indikationen und Methoden entstehen können,
wird leider nicht zugegeben.
Naturheilkunde in falschem Maße angewandt, ist genau so schädlich wie ein falsch
angewendetes Medikament.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, die Methoden der Naturheilkunde sind grundsätzlich unschädlich.
Das gilt besonders für die sogenannten Folgerichtigkeiten der Ähnlichkeitsregel.
Das Similia – similibus – Prinzip beruht darauf, medikamentös die Krankheits-Symptome
zu steigern, um sie dann für Heilzwecke aktiv einzusetzen.
Betrachte man aber diese Methode einmal genau, dann fällt schnell auf, das es sich
hier um eine wissenschaftliche und nicht mehr um eine Naturheilmethode handelt.
Genaue Beobachtung der Symptome, die Arzneimittelwirkung über den Menschen
und die Auswertung in einem Nachweis von Aufzeichnungen sind altbewährte
Schulmedizin ( alle früheren Homöopathen waren Ärzte ! ).
Das Geheimnis der Natur aufgedeckt, alle Rätsel gelöst zu haben,
ist der Anspruch der Naturheilkunde,
aber kann sie das auch wirklich vertreten?
Vorsicht: oft kann man zwischen Theorie und Praxis nicht unterscheiden.
Die Naturheilkunde verspricht den ganzen Menschen zu therapieren,
weil es die moderne Medizin nicht mehr macht.
Sie bleibt aber bei einmal gefassten Meinungen, ohne zeitgemäße Verbesserungen
durchzuführen, ein ständiges Umdenken wie in der üblichen Medizin wird abgelehnt.
Das Dogma der Naturheilkunde heißt, alles über die Natur zu Wissen und
vollständige Kenntnisse aller natürlicher Abläufe im Universum.
Neue Einsichten werden immer erst am anderen Tage erwartet und werden
dann zunächst einmal abgelehnt. Fortschritt kann aber nur mit wachsen.
Das bedeutet, der heute Tag ist unvollkommen gegenüber dem von morgen.
Es gibt indessen keine Grenze für ein festes Wissen, es wird auch nie erreicht
werden können. Immer werden Unzulänglichkeiten diese Methoden begleiten,
immer werden neue Probleme auftauchen und oft genug die aufgestellten
Regeln in Frage stellen.
Zu früheren Zeiten galten die Wertbegriffe der Naturheilkunde und die der
Gesundheit der Ernährung der Menschen.
Unsere Vorfahren lebten mit der Natur im einklang, sie gingen mit den Hühnern
schlafen und standen mit dem Geschrei des Hahnes wieder auf. Lärm,
künstliches Licht und Technik gab es noch nicht.
Gesund war man nur dann, wenn man eine biologische, lebensgemäße Haltung hatte.
Dazu gehörte das regelmäßige Fasten, die „gesunde“ Ernährung und die Wasserbehandlung.
Und das gilt auch heute noch so!
Was ist aber „gesunde Nahrung“?
Wer bestimmt den Wert einer solchen?
Und wie sieht eine „gesunde Nahrung“ aus?
Gesunde Nahrung ist ein Wertbegriff, oft genug eine mysteriöse Vorschrift,
nie aber eine Eigenschaft. Heute werden Nahrungsmittel z.B. nur noch nach
der Qualität ausgesucht. Was ist wie viel von was wo drin?
Die Theorie, es fehlen den Zellen im Krankheitsfalle Mineralstoffe,
Vitamine oder Spurenelemente lassen einen neuen Zweig der
Nahrungsergänzungsmittel aufblühen, der zum Himmel schreit.
Die theoretische Annahme, man könne fehlende Stoffe bei einer Erkrankung
ergänzen, hatte schon Schüssler.
Seine Biochemie hatte 11 Mittel und die Anwendung war für jeden ganz einfach.
In diesen elf Mitteln waren aber Stoffe, die überhaupt nicht in der Zelle vorkamen.
Andere, wichtige dagegen fehlten. Mangelernährungen waren daher an der Tagesordnung.
Zu Schüsslers Zeiten war es auch noch gar nicht möglich, eine solche Analyse der
fehlenden Stoffe aufzustellen.
Und obwohl man heute mit großem Aufwand Mangelzustände von Kalium,
Calcium, Chlor, Natrium, Magnesium oder ähnliche therapiert und die
Symptome bestimmter Situationen kennt, weiß man immer noch nicht genau,
an welchem Mangel die Zelle leidet, obwohl man jeden physiologischen Ablauf
und jede Einzelheit kennt.
Trotzdem werden Schüsslersalze weiter in hohen Dosen verordnet,
hier kommt auch nicht die Ähnlichkeitsregel des Mittels in Frage:
hier zählt allein Mutmaßung und Erwartung.
Keine Diagnose, keine Untersuchung, nur die Theorie, die sich
auf dem Augenschein stützt.
Glaubensgrundsätze sind eben nicht so leicht abzuschütteln,
man hat ja sonst nichts.
Aber „Wahrheit und Erfolg“ müssen ja auch nicht ständig überprüft werden.
Obwohl es eine ganze Reihe solcher medizinischen Veränderungen gibt,
hinkt die Naturheilmethode oft genug einige Jahrzehnte hinterher.
Warum eigentlich? Aus Tradition? Aus Besserwisserei?
Auch Märtyrer aus Gesundheitsgründen zu sein, ist falsch, wie alles einseitige falsch ist.
Man raubt sich selbst den Genuss, der aber gehört zum Leben.
Inzwischen gibt es genug Heiler, die selbst krank sind und trotzdem – oft allerdings,
weil sie im guten Glauben sind und es nicht besser wissen – einfach ihren alten
Standpunkt beibehalten und sich dadurch weiter schädigen.
Wer Lebenswärme suchen muss, dauernd friert und morgens früh mit Müsli anfängt,
muss sich nicht wundern, wenn er seine Energie herunterfährt.
Er sollte sich einmal die Organuhr ansehen, vielleicht wird er dann schlauer?
Und obwohl doch alle Heilpraktiker sooo gut Bescheid wissen, werden von ihnen
grundlegende Regel nicht beachtet, weil alles angenommen wird, ohne
nachzuhaken und ohne das wichtige vom unwichtigen zu trennen.
Leider wird – oft genug auch von Naturheilern – den Menschen etwas eingeredet.
Man versucht die Methoden so einfach und verständlich wie möglich zu machen,
um sie einem größeren Kreis von Nichtmediziner auch schmackhaft werden zu lassen,
wenn sie in die Denkungsart eines einzelnen passt ( oder wen man damit Geld
verdienen kann ).
Nicht der Wille des Patienten zählt, sondern die Ansicht des Heilkünstlers.
Das geht dann soweit, dass der Patient vor dem Arzt gewarnt wird und selbst glaubt,
er brauche ihn nicht mehr. Das ist der Grund, warum die Naturheilkunde zum
Quacksalber- und Pfuschertum abgewertet wird.
Heute gibt es genug „Heilkünstler“, die selbst nicht so genau wissen was sie treiben.
Und ganz bestimmt überfordert sind, wenn es darum geht,
natürliche Verfahren zu erklären.
Die Naturheilkunde war immer auch schon Volksheilkunde.
Laien haben überwiegend gerade die Naturheilkunde geprägt, haben genaue
Beobachtungen gemacht und das Interesse für einfache Heilweisen dauerhaft
vermittelt, weil sie geholfen haben.
Der Apotheker Hahn, Turnvater Jahn, der Pfarrer Kneipp, der Bauer Prießnitz,
der Färbereibesitzer Rikli, der Fuhrmann Schroth und noch viele viele andere,
die nicht Ärzte waren und doch in der Naturheilkunde viel Gutes vollbracht haben,
sind Beispiele genug dafür.
Die Auseinadersetzung zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin hat ja gar
nicht mehr den Inhalt der Heilweisen zum Gegenstand, sondern gelangt langsam
aber sicher auf den Weg der Esoterik.
Intuition, Erleuchtung, Begabung, Berufung sind die Methoden, denen man sich
bedient, wenn man zu faul ist zum lernen.
Und ganz im Vordergrund sind die „Schwingungen“,
was immer man darunter verstehen kann?
Aber an Schwingungen sollte man auch denken, wenn jemand
"beschwingt aus der Kneipe kommt!" Hier werden Schwingungen sie sogar sichtbar!
Der kurze Weg zum Erfolg zählt mehr als die tatsächlichen Erfahrungen.
Und wenn schon die chinesische Medizin so bevorzugt wird, warum werden
nicht von unseren Heilkünstlern auch die Therapien übernommen:
Nashorn-Pulver, Kobrakot, Tigerknochen, Hundefett, Ratten und Fledermäuse,
Würmer und Kriechtiere.
Ich bin sehr sicher - wenn man dürfte – es gäben genug unter uns, die diesen
Dreck der Apotheke wieder erneut unter die Menschheit bringen würde.
Vielleicht erinnert sich die Älteren noch an die Zeit, als angebrüteten Eier als
Jungbrunnen aus China kamen. Tryphon – Eier hießen sie.
Wie viel Verrückte haben damals diesen Mist mit Ekelgefühlen gefressen,
Schnabel und Füße inbegriffen........
Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit, wenn es ein Professor vorgibt
oder sein Heiler es einem empfiehlt......
Dabei sind die Chinesen selbst alles andere als gesund!
Wer heute nach China fliegt, um sich dort die alten Heilweisen anzueignen,
wird dort nach Strich und Faden verar.....!
Nichts ist geblieben von den alten Traditionen, Mao hat alles zerdeppert und
Millionen Chinesen hungern.
Und jetzt müssen die Chinesen in Europa ausgebildet werden, um dann in
China wiederum gegen gute Dollars ein paar Doofe Deutsche auszubilden....
Bleibt in Deutschland und macht ein Studium an einer guten Schule,
dann habt ihr eine vernünftige Ausbildung.
Aber wem sage ich das: Selbstkritik, Demut und Einsicht, Ausdauer und
Geduld ist oft – leider – nicht mehr vorhanden.
Ebenfalls beim Patienten werden so falsche Hoffnungen geweckt,
seelische Schäden durch unnötige Ängste geschürt und falsche Vorstellungen
heraufbeschworen. Jeder glaubt heute, er könne die Welt verändern,
verbessern und sie erträglicher machen. Er ist die absolute Koryphäe.
Er sollte unbedingt zunächst einmal vor seiner eigenen Haustüre kehren!
Denn jeder der Augen im Kopf hat, sieht, dass im gleichen Moment,
wo man glaubt, ein Problem gelöst zu haben, ein anderes auftaucht.
Unsere Medizin schafft sich soviel Krankheit neu, wie sie alte heilt.
Die Dauer der Leiden und die Fülle von Erkrankungen zeigen eindeutig,
es liegt in der Natur der Sache und ist noch lange nicht zu Ende.
Solange man mit dem Wort Gesundheit immer noch das ungesunde,
kranke verbindet, solange wird man auch nicht zwischen normal und
abnormal unterscheiden können.
Es gibt nämlich – noch - keinen Menschen auf dieser Erde,
der gleich ist einem anderen!
Heute glaubt man,
Wasserstoff und Helium sind vor 15 Milliarden Jahren entstanden,
vor 10 Milliarden Jahren soll unser Universum entstanden sein,
vor 4.6 Milliarden Jahren soll sich unser Sonnensystem geformt haben,
niemand aber weiß es genau!
Aber wir wissen:
Unsere Elemente entstehen in den Sternen durch hohe
Temperaturen und Druck ( auch durch Sternenexplosionen ),
und unsere Welt besteht aus 90 Elementen, also aus Sternenstaub,
aus dem auch wir geformt sind und der uns unser Leben gibt!
Aber - jedes Staubkorn ist eine Welt - ein Universum für sich ......!